HoppYB und Fairplay

Halb Neun Uhr Morgens. Die Organisatoren, Sponsoren und Eventpartner füllen noch die letzten Goodie Bags, hängen noch Banner auf und starten die Kaffeemaschine – die Spannung steigt. 9 Uhr, Türöffnung. Da kommen sie, die rund 80 Hacker und Hackerinnen aus aller Welt, die sich in den nächsten 24 Stunden den 10 Challenges stellen. Ja, normalerweise sind hauptsächlich Hacker, und nur wenig Hackerinnen, die an Hackathons zusammenfinden. Doch diesmal ist es ein bisschen anders: Zwei reine Frauenteams stellen sich der Herausforderung. Und auch ein paar weitere gemischte Teams finden sich – sehr erfreulich!

Nach der Begrüssung werden noch einmal alle Challenges kurz vorgestellt und die Regeln erklärt. 15 Teams sind es, also wird sicher jede Challenge von mindestens einem Team bearbeitet. Um 11 Uhr geht’s los. Jetzt wird gehackt was das zeugt hält! Immerhin gibt es auch tolle Preise zu gewinnen!

Als Jurymitglied für darf ich zwar selber nicht mithacken, aber moralischen Support geben ist erlaubt. Und ich gebe es ja zu: mein Herz schlägt schon ganz fest für die Be Like Grace Teams.

Ich bin begeistert über die Stimmung in der Valiant Lounge und beeindruckt ab den vielen Ideen und wie schnell die Teams vorwärts kommen. Wahnsinn!

Das erste Be Like Grace Team – genannt «Community Intelligence» beschäftigt sich mit der BEKB Challenge:
Entwickle einen digitalen Sprachassistenten für Alexa, Google oder Cortana, welcher dir alle Informationen rund um YB liefert. Wir stellen dir historische Daten von Resultaten und Torschützen zur Verfügung.

Der Sprachassistent ist schnell gewählt, Google soll’s richten. Beim Google Nest gibt’s sogar noch einen Screen, auf dem man Informationen sichtbar machen kann. Erste Informationen sind auch bald mal eingelesen und dann mal schauen, was der so kann:

«Hopp YB» ist das Wakeword für die App. «Was weisst du über Dävu von Ballmoos?»
Google: «David von Ballmoos ist der Torwart von den Berner Young Boys… bla blablablablabla», da gibt es endlos viele Infos, aber Moment mal… die wurden ja vorher gar nicht eingelesen – woher weiss denn die App das alles? Oder ist das etwa gar nicht die App? Das ist ja das Google Wissen!! Ach du meine Güte. Was genau ist der Mehrwert dieser Challenge? Egal wie viel Informationen wir füttern, Google wird immer mehr wissen… der erste Dämpfer hat nicht lange auf sich warten lassen. «I gloub mir müesse da nomau über d Büecher» ist das Fazit. Ich lasse das Team mal ein bisschen in Ruhe und schaue mal, wie es den anderen geht.

Das zweite Be Like Grace Team («The Tech Queens Plus») beschäftigt sich mit der SUVA Challenge:
Entwickle ein digitales Tool, um Unfälle auf Schweizer Fussballplätzen zu verhindern. Im Zentrum soll die Mobilisierung von möglichst vielen Amateurfussballspielenden (Verein und Hobby) mit Gamification-Elementen stehen.

Die Ideen sprudeln auch hier, erste Screendesigns sind schon vorhanden, Mockups gemacht, der Tech Stack gewählt. Die Verantwortlichkeiten im Team sind schnell verteilt. Das ganze Team ist hochkonzentriert.

Impressionen nach den ersten paar Stunden

Nach ein paar Stunden hat das Team «Community Intelligence» den Rank auch wieder gefunden und die Challenge etwas umformuliert. Warten wir das Resultat ab.

Auch die restlichen 13 Team leisten Beachtliches. Die Stimmung in der Valiant Lounge ist hervorragend und alle Teams arbeiten bis spät in die Nacht, einige sogar die ganze Nacht.


Als ich am Samstag Morgen wieder in Stadion komme sind viele Teams im Endspurt. Die Müdigkeit ist ihnen ins Gesicht geschrieben, aber alle sind auch sichtlich erleichtert: Alle Teams haben ein Resultat hingekriegt. Respekt! Nun geht es noch drum dies in eine Demo zu verpacken. 6 Minuten Zeit hat jedes Team Zeit um die 6-köpfige Jury in einer Präsentation für sich zu gewinnen.

Es ist 11 Uhr – Schlusspfiff für die Hacker – Startpfiff für die Jury. Nach einer kurzen Pause geht es auch gleich los mit den Präsentationen. «Community Intelligence» macht den Anfang.

«Hopp YB» fängt die Präsentation an… «ich möchte eine Warteschlange melden» oder «ich muss auf’s Klo», oder «Wie geht es Lusti?» kann man den Sprachassistenten fragen, oder Mitteilungen machen. Sie lassen die Community im Stadion den Content generieren und auch abfragen. Ich find’s eine gelungene Lösung und bin stolz, wie sie nach anfänglichen Schwierigkeiten die Kurve gekratzt haben!

Auch unser zweites Team schlägt sich tapfer. Sie hatten im Verlauf der Nacht noch die eine oder andere Schwierigkeit mit dem Techstack, am Schluss haben aber auch sie ein beachtliches Resultat hingekriegt. Spieler können Fairplay Punkte sammeln, Fans können Spieler bewerten, mit einem Quizz kann jeder App User sein Wissen erweitern. Eine tolle Sache.

Es folgt Demo nach Demo… von Bierbestellungen mit Augmented Reality über Kita Tagebücher mit Artifical Intelligence bis hin zu YB Spieler Fame Berechnungen aus Social Media Crawlern findet sich alles. Mir wir ganz Bange… So viele tolle Lösungen. Wie sollen wir hier nur die besten drei finden? Soviel sei verraten: Nicht nur mir ist der Entscheid schwer gefallen.

Um 13 Uhr ist es soweit: die Rangliste wird verkündet. Alle Jurymitglieder sind sich einig: Dieses Wochenende war ein geballtes Potential an Techies in der Valiant Lounge anwesend und alle Lösungen sind beeindruckend. Für unsere beiden Teams hat es leider knapp nicht gereicht. Gewonnen hat Augmented Reality Erlebnis im Stadion vor dem Kita Tagebuch mit AI und dem YB Matchcenter. Letztere haben sich kurzerhand entschlossen, ihr Preisgeld den Powercoders zu spenden – nette Geste!

Ich bin stolz auf unsere Team und begeistert über ihr Engagement, ihr Durchhaltewille, ihre Skills und die Präsentationsskills. Auch wenn es diesmal nicht fürs Podest gereicht komme ich einmal mehr zum Schluss: «Be aware of women in tech!»

Und wer weiss: Vielleicht klappt es nächstes Jahr sogar mit dem Preis! Wäre eine tolle Sache. Jedenfalls gratuliere ich euch allen zu eurer Teilnahme, wünsche euch gute Erholung und macht weiter so liebe Sombra Gonzalez, Daniela Heim, Chanel Greco, Laura Kieser, Alla Povorozniuk Therese Nyffenegger und Monika Blaser.

Und vielen Dank auch an die Organisatoren vom YB Hackathon, wir haben eure Gastfreundschaft genossen. In diesem Sinn verbleibt mir nur noch eins zu sagen: «Hopp YB!»

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